Bildungszentrum Wildberg

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Artikel vom 07.11.2019

Die „etwas andere Schulwoche“ am Bildungszentrum Wildberg

Auch in diesem Jahr führte das Bildungszentrum in der ersten Schulwoche nach den Herbstferien eine „Sonderwoche“ durch, in der der reguläre Stundenplan aufgelöst wurde und in der überfachliche Kompetenzziele den Mittelpunkt des Unterrichts bildeten. Ziel dieser Woche ist es vor allem, Fähigkeiten anzubahnen und zu fördern, deren konsequente Strukturierung und Durchführung im herkömmlichen Fachunterricht nicht immer optimal berücksichtigt werden kann.

„Wir haben Skulpturen erstellt und vor allem haben wir gelernt, wie man lernt.“ Diese Aussage einer Schülerin der fünften Klassen auf die Frage, wie sie die Sonderwoche erlebt habe, fasst den Inhalt für die fünften Klassen sehr gut zusammen. Vorrangig geht es darum, den Jüngsten an der Schule Fähigkeiten an die Hand zu geben, die es ihnen ermöglichen, ihr Lernen zunehmend zu planen und zu gestalten.

Ein Baustein des umfassenden Berufsorientierungskonzeptes findet bereits in Klasse 6 statt. Mithilfe von sogenannten Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen) erkundeten Schülerinnen und Schüler verschiedene Berufe und sie lernten betriebliche Abläufe kennen. Besonders die ansprechende Form ermöglicht den Heranwachsenden einen motivierenden Zugang zu einem wesentlichen Feld schulischer Bildung, der Berufsorientierung. Zudem steht für die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen relativ zeitnah die Wahlpflichtfachentscheidung an, die bereits einen ersten Hinweis auf berufliche Interessen des Schülers bieten kann. Nachdem die Heranwachsenden bereits in Klasse 5 einen umfangreichen Einblick in das Fach Französisch erhielten, durften die Schülerinnen und Schüler zwei Tage im Fach Alltag, Ernährung und Soziales (AES) schnuppern und in den Schulküchen tätig werden.

Jede Gesellschaft kennt Drogen. Um die Schülerinnen und Schüler für die Gefahren illegaler sowie legaler Drogen zu sensibilisieren, führt das Bildungszentrum seit Jahren mit jeder siebten Klasse Drogenpräventionstage durch, die durch Lehrkräfte und außerschulische Partner durchgeführt wird.  So ist es nicht ungewöhnlich, dass die Vertreter der Polizei den Unterricht gestalten und die Schulsozialarbeit ihre Fähigkeiten mit in den Unterricht einbringt.

Ganz im Zeichen der Berufsorientierung stehen auch Unterrichtsinhalte der Klassen 8 und 9. In Klasse 8 steht das sogenannte „Profil AC an Realschulen“ an. Im Rahmen dieses Diagnoseinstrumentes führten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Testungen am PC durch, auf deren Grundlage unter anderem kognitive, sprachliche Fähigkeiten oder IT-Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler diagnostiziert werden. Diese Tests zielen darauf ab, überfachliche Stärken der Heranwachsenden zu erkennen und diese im zweiten Schulhalbjahr gezielt zu fördern. Besucht man Schülerinnen und Schüler im Praktikum, so stellt man als betreuende Lehrkraft grundsätzlich fest, dass die allermeisten Heranwachsenden gerne „arbeiten“ und die Wirtschaft dringend auf motivierte und gut ausgebildete Schulabsolventen angewiesen ist: „Das Praktikum hat Spaß gemacht. Ich habe schon wirklich viel gelernt.“ Diese Aussage eines Neuntklässlers, der die Wasserqualität Wildberger Quellen untersuchen durfte, steht stellvertretend für viele Heranwachsende, die im Rahmen ihres Berufspraktikums zahlreiche neue Lernfelder kennen lernen konnten und die Möglichkeit zur persönlichen Netzwerkbildung bekamen. Ein großer Dank gilt allen Bildungspartnern, allen Betrieben in Pflege, Gastronomie, Wirtschaft, Handwerk und der Verwaltung, die sich immer wieder aufs Neue bereit erklären, unseren Schülerinnen und Schülern unter hohem personellen Einsatz spannende Berufsfelder und Zukunftsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Ganz im Zeichen des Prüfungsjahres standen die Themen der zehnten Klassen. In der Sonderwoche absolvierten alle Zehntklässler den ersten Teil ihrer Englischprüfung. Im Rahmen der mündlichen EuroKom-Prüfung berichteten die Schülerinnen mündlich von einem Thema ihrer Wahl. Während dieser Präsentationen erfahren die Lehrerinnen und Lehrer viele neue, spannende Informationen, die aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler abgeleitet sind. Beispielsweise bildeten Themen wie Taekwondo, Alcatraz oder The Kelly Family inhaltliche Schwerpunkte der EuroKom-Prüfungen.

Neben diesen Schwerpunkten wurden über viele Klassenstufen hinweg verschiedenste IT-Inhalte, Ausflüge und Projekte durchgeführt. Eine achte Klasse setzte sich zum Beispiel für den Bienenschutz ein, indem sie gezielt Elektronikmüll sammelte und die Erlöse dem Naturschutzbund zu Gute kommen ließ. Zudem bildeten der Bau von Insektenhotels und eine Honigprobe wesentliche Inhalte des Unterrichtes. Projekte dieser Art, Projekte zur Förderung der Nachhaltigkeit sollen in den kommenden Sonderwochen am Bildungszentrum vermehrt Berücksichtigung finden, ist es doch in Zeiten eines immer stärker werdenden Ressourcenverbrauchs eine wichtige Aufgabe von Bildungseinrichtungen, diesen Sachverhalt detailliert aufzugreifen.