Bildungszentrum Wildberg

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Artikel vom 05.02.2019

Thomas Breuer zu Gast am Bildungszentrum

Foto:Pressebüro Schiel / Marion Braun

Ende Januar lud die Fachschaft Religion Thomas Breuer ans Bildungszentrum ein, dabei hatte er sich als Überlebender des Holocaust einst geschworen, nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen. Und jeder, der seine Geschichte hörte, konnte ihn verstehen, denn sie war schockierend, traurig und doch unfassbar lehrreich, die Geschichte des Tomi Breuer.

Im Jahr 1942 in Ungarn geboren sollte Thomas Breuer zusammen mit seinen Großeltern und seiner Mutter nach Ausschwitz transportiert werden. Dort kamen sie aber nie an. Aufgrund eines Zahlendrehers auf dem Wagon landeten sie in einem Arbeitslager bei Wien. Für Thomas Breuer gleicht es noch heute einem Wunder, diese Zeit überlebt zu haben.

Nach der Befreiung konnte er nach Ungarn zurückkehren. Der Krieg war zwar zu Ende, der Antisemitismus aber ist bis heute nicht besiegt und so war sein Leben bereits mit 13 Jahren erneut in Gefahr, als sein Name auf den Todeslisten für die Säuberung nach der Niederschlagung des Ungarnaufstands von 1956 auftauchte. Mittels großen Durchhaltevermögens und einer gehörigen Portion an Glück gelang ihm die Flucht nach Israel. Dort arbeitete er Jahrzehnte im Schuldienst und schaffte den Aufstieg zum stellvertretenden Schulleiter.

Seine Geschichte macht sich Thomas Breuer als einer der letzten Überlebenden des Holocaust nun zur eigenen Aufgabe. Vor allem aus diesem Grund besuchte er die Religionsschüler am Bildungszentrum. Er möchte Aussöhnung zwischen den Kindern der Opfer und denen der Täter; ein wahrhaft heldenreiches Anliegen. Neben seiner Geschichte, seinen Gedanken und seiner tiefen Erfahrung trug Thomas Breuer einen Wunsch an die Heranwachsenden heran: "Ich möchte unbedingt einen gemeinsamen Besuch von deutschen und israelischen Schülern in Ausschwitz organisieren, das ist mir leider noch nicht gelungen."  

Lesen Sie hier den Artikel aus dem Schwarzwälder Boten vom 4. Februar 2019

Foto:Pressebüro Schiel / Marion Braun
Foto:Pressebüro Schiel / Marion Braun