Bildungszentrum Wildberg

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Artikel vom 07.07.2019

9er und 10er besuchen die KZ-Gedenkstätte oberer Kuhberg in Ulm

Exkursion ins KZ Oberer Kuhberg

Gegen Ende des Schuljahres wird in den neunten Klassen des Bildungszentrums in Geschichte das Thema Judenverfolgung während des Zweiten Weltkriegs behandelt. In der 9b beschäftigten wir uns mit dem Lebenszeugnis von Amira Gezow, das auf der Unterrichtsplattform »Papierblatt« (http://www.papierblatt.de/ueberlebende/amira-gezow.html) zu finden ist. Die Zehner konnten im Januar einem Bericht des Holocaust-Überlebenden Tomi Breuer zuhören, der zu uns nach Wildberg in den Musiksaal gekommen war. Sein Besuch wurde für das Papierblatt-Projekt aufgenommen (http://www.papierblatt.de/ueberlebende/tomi-breuer-2.html).

Eine Exkursion in das ehemalige Konzentrationslager »Oberer Kuhberg« in Ulm führte uns das Thema besonders eindrücklich vor Augen. Insgesamt fünf Klassen der Stufen 9 und 10 gingen an zwei unterschiedlichen Tagen dorthin.

Am 28. Mai fuhren wir also mit dem Bus in Richtung Ulm. Das Konzentrationslager selbst wirkte von außen eher wie eine mittelalterliche Festung mit dem Eisengitter rundherum und einer Stahltür vor dem Eingang, den man nur über eine kleine Brücke erreichte. Tatsächlich war der Obere Kuhberg eine Festung, die aber nicht im Mittelalter, sondern um 1850 erbaut wurde, als sogenannte »Bundesfestung Ulm«.

Nach dem Betreten des Gebäudes befand man sich in einem Vorraum der früher auf verschiedene Weise genutzt wurde. Dort fällt der Blick auf die Leuchtschrift mit dem Satz »Die Würde des Menschen ist unantastbar«, mit dem das deutsche Grundgesetz beginnt. Damit will die Gedenkstätte verdeutlichen, dass man aus der Geschichte lernen muss!

Von hier aus führt ein Gang in eine Ausstellung und ein anderer ins Außengelände. Über eine Treppe kommt man in den Keller, der früher als Gefängnis genutzt wurde. in dem kleinen Raum wurden viele Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht und nur ein kleiner Schlitz an der Decke sorgte für etwas Licht und frische Luft.

Während unserer Führung wurden uns auch Berichte der Gefangenen vorgelesen, was besonders bewegend war. Auf einem großen Platz innerhalb der Festung mussten die Gefangenen jeden Morgen und bei jedem Wetter zum Appell antreten. Wer schmutzige Kleidung hatte, wurde bestraft und musste diese sofort waschen. Da die Männer aber nur eine Garnitur Häftlingskleidung hatten, mussten sie dann mit ihren nassen Klamotten zurück in ihre kalten Zellen. Die Gefangenen »lebten« in unterirdischen Tunneln, die wir auch während der Führung besichtigten. An den Wänden waren Zitate und Berichte der Gefangen angebracht, die das Leben im Konzentrationslager und die Qualen verdeutlichten. Dreistöckige Holzbetten, Tische, Bänke und die Toilette, die eigentlich nur ein Loch im Boden war, führten das karge Leben der Häftlinge vor Augen.

Bevor es wieder zurück nach Wildberg ging, hatten wir noch ein paar Stunden Aufenthalt in Altstadt von Ulm.

Artikel: Marit Roller 9b

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Im Mai diesen Jahres organisierte das Fach Geschichte für alle neunten und zehnten Klassen der Schule eine Gedenkexkursion nach Ulm. Am 28. Mai war unter anderem die Klasse 10b unterwegs. Stellvertretend für die Schülerschaft schrieb Luisa Koske einen Tagesbericht, der nachfolgend erscheint.

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Am Dienstag, den 28. Mai 2019 begaben sich die Klassen 10b, 10c sowie 9b auf eine Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg in Ulm. Der Ausflug begann um 7:40 Uhr, nach ca. 2 Stunden Fahrt kamen die Schüler und Schülerinnen an und teilten sich klassenweise auf. Für die Klasse 10b begann die Führung im Seminarraum. Hier wurde ihnen ein grober Überblick über die Geschichte des Lagers und dessen Funktionen, von früher bis heute, gegeben. Anschließend konnten die Jugendlichen mehr über die Häftlinge, welche zum Großteil politische Gegner der NSDAP waren, erfahren. Obwohl diese angemessen behandelt werden sollten, hielt sich keiner der Verantwortlichen an solch eine Anweisung. Unter anderem mussten sie alte Polizeiuniformen tragen, zusätzlich wurden sie psychisch als auch physisch missbraucht. Zudem gab es eine Dunkelzelle, in die jene Gefangenen kamen, welche anscheinend negativ aufgefallen waren. Danach besichtigten die Klassen Einzelhaftzellen, die von den restlichen Zellen abgeschottet lagen. Sie waren weder wasserfest, noch beheizt oder dem normalen Lebensstandard entsprechend. Auf dem Hof wurden die Besucher und Besucherinnen über verschiedenste Appelle aufgeklärt, welchen die Häftlinge Folge zu leisten hatten. Nach Beendigung der Führung durften sich die Schüler und Schülerinnen in die Innenstadt Ulms begeben, in welcher es zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten gab. Gegen 17:00 Uhr kamen die Busse mitsamt den ca. 75 Schülern wieder in Wildberg an. Der Besuch dieser Gedenkstätte war äußerst lehrreich und interessant für die Anwesenden. Ihnen wurde ein schlimmer Teil der Geschichte Deutschlands vor Augen geführt. Aus dieser Erfahrung können sie alle etwas für die Zukunft mitnehmen. Die grausamen Erinnerungen an die Taten Adolf Hitlers und dessen Gefolgsleute dürfen niemals in Vergessenheit geraten und es ist wichtig diese an die folgenden Generationen weiter zu geben.